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Das Pulled Pork zubereiten – Schritt für Schritt zum perfekten BBQ-Klassiker

Pulled Pork richtig zuzubereiten ist eine der Königsdisziplinen im BBQ – und gleichzeitig eine der lohnendsten. Mit etwas Geduld, der richtigen Temperatur und dem passenden Rub gelingt dir ein Ergebnis, das mit jedem Steakhouse mithalten kann. So funktioniert die klassische Low-&-Slow-Methode, die bei echten BBQ-Profis weltweit gespielt wird:

Vorbereitung (am Vorabend): Die Schulter am Tag vor der Zubereitung auftauen lassen (falls eingefroren) und gründlich mit Küchenpapier trocken tupfen. Dann großzügig mit gelbem Senf einreiben – das hilft dem Rub, optimal am Fleisch zu haften und bringt keinen dominanten Eigengeschmack. Anschließend mit einem BBQ-Rub (z.B. aus Paprika, braunem Zucker, Salz, Pfeffer, Knoblauch, Kreuzkümmel, Zwiebelpulver) von allen Seiten kräftig einreiben und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. So zieht die Würze tief ins Fleisch ein.

Phase 1 – Räuchern (4–6 Stunden): Smoker oder Grill auf konstante 110 bis 120 °C bringen (indirekte Zone). Buchen-, Kirsch- oder Hickoryholz dazugeben für das typische BBQ-Raucharoma. Die Schulter mit der Fett-/Schwartenseite nach oben auflegen, Fleischthermometer in die dickste Stelle stecken, aber nicht am Knochen vorbei. In den ersten 4 bis 6 Stunden zieht die Schulter langsam auf ca. 65 °C Kerntemperatur. Widerstehe der Versuchung, den Deckel zu öffnen – „if you're lookin', you ain't cookin'".

Phase 2 – Die Plateau-Phase (2–4 Stunden): Zwischen 65 und 75 °C Kerntemperatur stagniert die Temperatur oft stundenlang – das ist die berühmte Plateau-Phase, in der das Kollagen im Bindegewebe schmilzt. Nicht in Panik geraten, einfach weitergaren lassen. Manche Grillmeister wickeln die Schulter in dieser Phase in Butcher Paper (ungebleichtes Metzgerpapier) – das beschleunigt den Prozess etwas, ohne die Bark zu verwässern. Die sogenannte „Texas-Krücke" mit Alufolie funktioniert ebenfalls, macht die Kruste aber weicher.

Phase 3 – Finish (1–2 Stunden): Ab 90 °C Kerntemperatur wird es spannend. Die Zielkerntemperatur für perfektes Pulled Pork liegt bei 92 bis 96 °C – erst dann löst sich das Kollagen vollständig und das Fleisch lässt sich mühelos zerzupfen. Der ultimative Test: Der Knochen muss sich mit leichtem Drehen aus dem Fleisch ziehen lassen („Pull-Bone-Test"). Dann ist dein Pulled Pork fertig.

Ruhen (1 Stunde): Die Schulter aus dem Smoker nehmen, in Alufolie wickeln und mindestens eine Stunde in einer Kühlbox oder im ausgeschalteten Ofen ruhen lassen. Das Fleisch zieht nochmal Saft und wird noch saftiger. Danach mit zwei Gabeln oder Bear Claws zerzupfen, mit etwas BBQ-Sauce vermengen und als Pulled Pork Burger, auf Brioche-Bun mit Coleslaw, als Wrap-Füllung oder pur mit Beilagen servieren. Als klassische Beilagen passen Coleslaw, Sour-Cream-Kartoffeln, Maiskolben, Essiggurken und Mais-Brot hervorragend.

Passende BBQ-Rubs, Saucen und Pulled-Pork-Alternativen entdecken

Für das perfekte Pulled Pork empfehlen wir den Klaus grillt Sauerei Rub oder den Oberpfalz-Beef Pork Rub – beide sind perfekt auf Schweinefleisch abgestimmt. Wer keine Zeit für 12+ Stunden Garzeit hat, findet in unserer Pulled Pork Sous-vide-Variante die schnelle Alternative – bereits fertig gegart, einfach erhitzen und genießen. Für das komplette Rund-um-sorglos-Paket gibt's das Pulled Pork Paket mit Schweinenacken, Burger-Buns, BBQ-Sauce und Rub. Wer es rindfleischlastig mag, findet mit dem Pulled Beef Wet Aged die Rind-Variante des Klassikers. Alle weiteren BBQ-Cuts findest du in unserer BBQ-Kategorie. Mehr Tipps zur Plateau-Phase, Smoke-Ring und perfekten Bark gibt's in unserem Magazin mit BBQ-Wissen und Rezepten.

Häufig gestellte Fragen zur Pulled Pork Schulter

Die ideale Kerntemperatur für perfektes Pulled Pork liegt bei 92 bis 96 °C. Erst bei dieser Temperatur löst sich das Kollagen im Bindegewebe vollständig auf und das Fleisch lässt sich mühelos zerzupfen. Zu früh aus dem Smoker genommen bleibt das Pulled Pork zäh, zu heiß gegart trocknet es aus. Die Garraumtemperatur sollte während der gesamten Zubereitung konstant bei 110 bis 120 °C liegen. Ein Fleischthermometer ist bei der Zubereitung absolute Pflicht.

Eine Pulled Pork Schulter mit ca. 2 kg benötigt im Smoker oder Grill bei 110–120 °C rund 10 bis 14 Stunden Gesamtgarzeit, je nach Dicke und Fettanteil des Fleisches. Als Faustregel gilt: ungefähr 1,5 bis 2 Stunden pro 500 g Fleisch. Zusätzlich solltest du 1 bis 2 Stunden Ruhezeit einplanen. Die Zubereitung ist eher ein Geduldsspiel als eine aktive Kocherei – gut geeignet als Projekt für einen entspannten Grilltag mit Freunden.

Die Plateau-Phase ist eine Phase zwischen 65 und 75 °C Kerntemperatur, in der die Temperatur des Fleisches oft stundenlang nicht weiter steigt. Grund ist die Verdunstungskälte und das Schmelzen des Kollagens im Bindegewebe. Keine Sorge, einfach weitergaren lassen – die Plateau-Phase ist entscheidend für die Zartheit des Pulled Pork. Wer es beschleunigen möchte, kann die Schulter in Butcher Paper oder Alufolie wickeln, was als „Texas-Krücke" bezeichnet wird.

Eine Pulled Pork Schulter mit ca. 2 kg ergibt nach dem Garen rund 1,2 bis 1,4 kg fertiges Pulled Pork, da das Fleisch während der Garzeit Feuchtigkeit verliert. Das reicht für etwa 6 bis 8 Pulled Pork Burger oder 10 bis 12 kleinere Portionen als Teil eines BBQ-Buffets. Pro Person werden etwa 150 bis 200 Gramm fertiges Pulled Pork kalkuliert.

Die Pulled Pork Schulter stammt vom Oberpfälzer Landschwein aus unserer eigenen Schlachtung in Sulzbach-Rosenberg. Die Tiere kommen von langjährigen Partnerhöfen, viele davon aus der Region. In der Metzgerei Lotter wird die Schulter von Hand zugeschnitten, von der Schwarte befreit für optimale Rub-Aufnahme und vakuumiert versendet. Die Schlachtung im eigenen Betrieb ist ein wesentlicher Teil unseres Handwerks.

Die vakuumierte Pulled Pork Schulter gehört direkt nach Erhalt in den Kühlschrank bei maximal +5 °C und ist dort ungeöffnet mindestens 12 Tage haltbar. Alternativ lässt sie sich problemlos einfrieren. Zum Auftauen die Schulter am besten über Nacht oder idealerweise 1 bis 2 Tage im Kühlschrank langsam auftauen lassen, damit sie das Fleisch bei der späteren Zubereitung gleichmäßig gart.