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Tomahawk Steak grillen mit Reverse Searing: erst sanft garen, dann heiß angrillen

Das Tomahawk-Steak von der Alten Kuh ist ein Ribeye-Steak mit langem, freigelegtem Rippenknochen. Es wiegt rund 1,6 kg und reift mindestens 4–6 Wochen am Stück im eigenen Reiferaum der Metzgerei Lotter. Für ein Steak dieser Dicke empfehlen wir Reverse Searing: Du garst das Fleisch zuerst bei niedriger Temperatur fast bis zum Zielpunkt und grillst es erst am Schluss kurz bei voller Hitze. So ist es bis zum Kern gleichmäßig rosa, ohne grauen Rand unter der Kruste.

Vorbereitung: Nimm das Tomahawk etwa 1 Stunde vor dem Grillen aus dem Kühlschrank und tupf es trocken. Salze es mit grobem Meersalz. Pfeffer kommt erst nach dem Angrillen dazu, weil er bei direkter Hitze bitter wird. Eine Marinade braucht ein gereiftes Steak nicht.

Drei Phasen vom Rost bis zum Brett

Phase 1 – Indirekt garen: Bring Grill oder Backofen auf 120 °C und leg das Tomahawk in die indirekte Zone. Steck das Fleischthermometer in die dickste Stelle, ohne den Knochen zu berühren. Für Medium Rare ziehst du das Steak auf 50–52 °C Kerntemperatur. Je nach Dicke dauert das etwa 60–90 Minuten.

Phase 2 – Angrillen: Grill das Steak direkt über voller Hitze bei mindestens 280 °C oder in einer sehr heißen Gusseisenpfanne 2–3 Minuten pro Seite. Dabei bildet sich eine dunkle, aromatische Kruste. Stell das Tomahawk zum Schluss kurz auf den Fettrand, damit er ebenfalls Röstaromen bekommt.

Phase 3 – Ruhen und Anschneiden: Lass das Steak 5–10 Minuten locker abgedeckt auf einem Brett ruhen. Die Kerntemperatur steigt dabei auf 54–56 °C, das ist Medium Rare. Würz es jetzt mit grob gemahlenem Pfeffer. Löse das Fleisch am Knochen entlang ab und schneide es quer zur Faser in etwa 1,5 cm dicke Scheiben.

Kerntemperaturen und passende Beilagen

Die Zielwerte nach dem Ruhen sind: Rare 48–50 °C, Medium Rare 54–56 °C, Medium 58–60 °C, Medium Well 62–64 °C, Well Done ab 68 °C. Beim indirekten Garen nimmst du das Steak jeweils 4–6 Grad darunter vom Rost. Medium Rare bis Medium passen am besten zu einem gereiften Steak, weil Fett und Aroma dann voll zur Geltung kommen. Dazu passen Rosmarinkartoffeln, gegrilltes Gemüse, gebackener Knollensellerie oder einfach Baguette mit Kräuterbutter.

Mit Knochen, ohne Knochen oder gleich am Stück

Dasselbe Teilstück vom jüngeren Rind bekommst du mit dem Tomahawk Steak vom Rind Dry Aged. Ohne Knochen und in Pfannengröße gibt es den Ribeye-Cut als Entrecôte Dry Aged. Für große Runden eignet sich das Königsstück Dry Aged, Roastbeef und Filet am T-Knochen, aus dem du T-Bone- und Porterhouse-Steaks selbst schneidest. Alle Zuschnitte findest du unter Steaks & Cuts vom Rind.

Häufig gestellte Fragen zum Tomahawk-Steak von der Alten Kuh

Die Alte Kuh ist ein Rind, das mindestens 5 bis 8 Jahre alt ist, oft auch deutlich älter. Im Gegensatz zum Jungbullen oder zur Färse hatte sie ein Leben lang Zeit, intramuskuläres Fett einzulagern und eine tiefe Aroma-Entwicklung zu durchlaufen. Das Ergebnis ist eine tiefrote Fleischfarbe, eine außergewöhnlich intensive Marmorierung und ein kräftig-nussiger Geschmack mit einer Aroma-Tiefe, die junges Rindfleisch nicht erreichen kann. In der Steak-Szene gilt Fleisch von der Alten Kuh als absolute Premium-Qualität.

Die optimale Methode ist das Reverse Searing: Zuerst das Tomahawk bei 120 °C in der indirekten Zone auf eine Kerntemperatur von 50 °C ziehen (ca. 45–60 Minuten), dann bei voller Hitze über direkter Flamme pro Seite 2–3 Minuten scharf angrillen, bis sich eine dunkle Kruste bildet. Anschließend 5–10 Minuten ruhen lassen und quer zur Faser schneiden. Die Methode sorgt für eine gleichmäßige Garung von außen bis innen ohne grauen Rand.

Für ein Dry-Aged-Tomahawk von der Alten Kuh empfehlen wir maximal Medium Rare, also 54–56 °C Kerntemperatur. Alles darüber verschenkt die feinen Nuancen des gereiften Premium-Fleisches.

Kerntemperatur-Übersicht:

  • Rare: 48–50 °C
  • Medium Rare: 54–56 °C (Empfehlung)
  • Medium: 58–60 °C
  • Medium Well: 62–64 °C
  • Well Done: ab 68 °C

Ein Fleischthermometer ist bei einem so teuren Cut absolute Pflicht.

Unser Tomahawk reift im Dry-Aged-Reifekühlraum bei 1–3 °C und rund 80 % Luftfeuchtigkeit standardmäßig 4 bis 6 Wochen. Je nach Cut und Qualität sind auch längere Reifezeiten möglich. Während der Reifung verliert das Fleisch Wasser, die Enzyme bauen Muskelgewebe ab und es entwickeln sich die typischen nussigen, fast käseartigen Reife-Aromen, die Dry-Aged-Steaks zu echten Geschmacks-Raritäten machen.

Ein Tomahawk-Steak wiegt ca. 1 bis 1,6 kg inklusive Knochen – der tatsächliche Fleischanteil liegt bei etwa 700 bis 1100 Gramm. Als Hauptgericht reicht ein Tomahawk für 2 bis 3 Personen. Dank des imposanten Auftritts eignet es sich aber auch als Highlight eines mehrgängigen Menüs für bis zu 4 Personen, wenn reichhaltige Beilagen dazu serviert werden.

Das Tomahawk-Steak stammt aus unserer eigenen Schlachtung in Sulzbach-Rosenberg. Ein Großteil unserer Rinder kommt von langjährigen Partnerhöfen, viele davon aus der Region. In der Metzgerei Lotter wird jedes Tomahawk vom Metzgermeister per Hand zugeschnitten, der lange Rippenknochen sorgfältig freigelegt (French Trim) und anschließend im Dry-Aged-Reifekühlraum gereift. Die Schlachtung im eigenen Betrieb ist ein wesentlicher Teil unseres Handwerks.