Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Wir sind aktuell in den Betriebsferien. Bestellungen könnt ihr weiterhin aufgeben – der Versand startet wieder am 25. August.

Schwanzrolle als klassischer Schmorbraten oder Niedertemperatur-Rinderbraten – beide Wege Schritt für Schritt

Die Schwanzrolle ist ein dankbarer Cut: gleichmäßig zylindrisch geschnitten, magere Faser, perfekt für Tranchen. Zwei klassische Zubereitungswege bieten sich an. Variante 1 – der klassische Rinderschmorbraten: Den Braten zunächst rundum scharf in heißem Butterschmalz anbraten, herausnehmen, dann grob gewürfeltes Wurzelgemüse (Karotten, Sellerie, Lauch, Zwiebeln) anrösten, mit Rotwein und kräftigem Rinderfond ablöschen. Den Braten zurück in den Topf, mit Lorbeer, Pfefferkörnern, Wacholderbeeren und Knoblauch würzen und bei 140 bis 150 °C zugedeckt im Backofen schmoren – Faustregel: 1,5 Stunden pro Kilogramm, bis das Fleisch die Kerntemperatur von ca. 90 °C erreicht hat und beim Anstechen mit der Gabel zart nachgibt. Den Sud anschließend durch ein feines Sieb passieren, das Gemüse durchdrücken (gibt natürliche Bindung) und mit etwas kalter Butter binden. Variante 2 – die Niedertemperatur-Methode für rosa Sonntagsbraten: Den Braten würzen, scharf anbraten und im Ofen bei 80 bis 90 °C Umluft auf eine Kerntemperatur von 56 bis 58 °C ziehen (medium, rosa) – das dauert je nach Größe 2,5 bis 4 Stunden. Anschließend kurz bei 220 °C oder in der Pfanne mit Butter nachbräunen. Mit dieser Methode bleiben die Tranchen besonders saftig und rosa. Wichtig bei beiden Methoden: nach dem Garen 10 Minuten ruhen lassen, dann gegen die Faser tranchieren.

Pulled Beef aus der Schwanzrolle – der moderne BBQ-Trend einfach erklärt

Die Schwanzrolle eignet sich hervorragend für Pulled Beef, weil sie viel Bindegewebe enthält, das beim sehr langen Schmoren zu Gelatine zerfällt – genau das macht das typisch faserig-saftige Mundgefühl von Pulled Beef aus. So gelingt es: Die Schwanzrolle großzügig mit einem BBQ-Rub aus Paprika edelsüß, braunem Zucker, Kaffeepulver, Knoblauchpulver, Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel einreiben, idealerweise über Nacht ziehen lassen. Dann bei sehr niedriger Temperatur (95 bis 110 °C) im Smoker, Kugelgrill oder Backofen 6 bis 8 Stunden garen, bis die Kerntemperatur über 92 °C steigt – erst dann ist das Bindegewebe vollständig aufgelöst und das Fleisch lässt sich mit zwei Gabeln zerrupfen. Wer eine Power-Version möchte: das Fleisch nach 4 Stunden mit etwas BBQ-Soße mopfen und in Alufolie wickeln (Texas Crutch) – das beschleunigt den Garprozess. Klassisch serviert wird Pulled Beef in Burgerbrötchen mit Coleslaw, Pickles und etwas Sauce – oder als bayerische Variante mit Semmelknödel und einer dunklen Bier-Sauce.

Häufig gestellte Fragen zum Rinderbraten aus der Schwanzrolle

Die Schwanzrolle ist ein länglich-zylindrischer Cut aus der hinteren Rinderkeule, der zur Hüftpartie gehört. Im Englischen heißt sie „Eye of Round".

Charakteristisch sind die feine, gleichmäßige Faser, die magere Beschaffenheit und die perfekt zylindrische Form, die das Tranchieren besonders einfach macht. Der Cut ist nicht so bekannt wie Tafelspitz oder Roastbeef, gehört aber zu den vielseitigsten Bratenstücken vom Rind – ideal für klassischen Schmorbraten, Niedertemperatur-Sonntagsbraten und das trendige Pulled Beef.

Beide Cuts stammen aus der Rinderkeule und werden oft synonym verwendet – sie unterscheiden sich aber in Lage und Form:

  • Schwanzrolle (Eye of Round): länglich-zylindrisch, aus der äußeren Keule
  • Nuss (Knuckle, auch „Kugel"): runder geformt, aus der inneren Keule

Beide sind mager, feinfaserig und für Braten- und Schmorgerichte geeignet. Die Schwanzrolle lässt sich durch ihre Form besonders gleichmäßig in dünne Tranchen schneiden – ideal für den klassischen Sonntagsbraten. Die Nuss ist etwas vielseitiger einsetzbar (auch für Rouladen oder dünne Schnitzel).

Schritt für Schritt:

  1. Den Braten trocken tupfen, salzen, pfeffern und rundum in heißem Butterschmalz scharf anbraten
  2. Herausnehmen, grob gewürfeltes Wurzelgemüse (Karotten, Sellerie, Zwiebeln, Lauch) anrösten, Tomatenmark mitrösten
  3. Mit Rotwein und Rinderfond ablöschen, mit Lorbeer, Wacholderbeeren und Pfefferkörnern würzen
  4. Den Braten zurück in den Topf und bei 140 bis 150 °C zugedeckt im Backofen schmoren
  5. Faustregel: 1,5 Stunden pro Kilogramm – Endkerntemperatur ca. 90 °C
  6. Den Sud durch ein feines Sieb passieren, das Gemüse durchdrücken (gibt natürliche Bindung) und mit etwas kalter Butter binden
  7. Nach dem Garen 10 Minuten ruhen lassen, dann gegen die Faser tranchieren

Die Schwanzrolle eignet sich hervorragend für Pulled Beef, weil sie ausreichend Bindegewebe enthält, das beim langen Garen zu Gelatine zerfällt.

  1. Den Braten großzügig mit einem BBQ-Rub einreiben: Paprika edelsüß, brauner Zucker, Kaffeepulver, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel
  2. Idealerweise über Nacht ziehen lassen
  3. Bei 95 bis 110 °C im Smoker, Kugelgrill oder Backofen 6 bis 8 Stunden garen
  4. Kerntemperatur muss über 92 °C steigen – das ist der entscheidende Punkt, dann lässt sich das Fleisch mit zwei Gabeln zerrupfen

Profi-Tipp: Nach ca. 4 Stunden in Alufolie wickeln („Texas Crutch") – das beschleunigt den Garprozess und erhält die Feuchtigkeit.

Die Kerntemperatur hängt von der gewünschten Zubereitung ab:

  • Niedertemperatur-Braten, rosa (medium rare): 56 bis 58 °C
  • Niedertemperatur-Braten, medium: 60 bis 63 °C
  • Durchgegarter Sonntagsbraten: 65 bis 68 °C
  • Klassischer Rinderschmorbraten: ca. 90 °C – Bindegewebe zerfällt zu Gelatine
  • Pulled Beef: über 92 °C – Fleisch lässt sich zerrupfen

Ein Bratenthermometer ist unverzichtbar. Nach dem Garen immer mindestens 10 Minuten ruhen lassen, damit sich die Fleischsäfte verteilen.

Faustregel: 200 bis 250 g rohes Fleisch pro Person als Hauptgang mit Beilagen. Beim Schmoren oder Niedrigtemperatur-Garen verliert das Fleisch ca. 25 bis 30 Prozent an Gewicht.

  • 0,6 kg: reicht für 2 bis 3 Personen
  • 1 kg: für 4 bis 5 Personen
  • 1,5 kg: für 6 bis 7 Personen
  • 2 kg: für 8 bis 10 Personen
  • 3 kg: für 12 bis 15 Personen

Bei Pulled Beef rechnet man eher 150 bis 200 g pro Person (z.B. für Burger), weil das Brötchen und die Beilagen den Bauch füllen. Für ein klassisches Sonntagsessen sind 1 bis 1,5 kg für 4 bis 6 Personen eine gute Wahl.